Was bedeutet „wir zahlen 150 % pro Stunde nach der 12. Arbeitsstunde"?
Beim gleichen Wortlaut ist eine Spanne von – bis – des normalen Stundensatzes möglich!
Dieselbe Formulierung kann je nach Auslegung das Doppelte oder nur den normalen Stundensatz bedeuten.
Wähle Berufsgruppe und tatsächliche Gage — die Tabelle zeigt, wieviel du in jedem Szenario bekommst.
Eingaben
Wähle deinen Beruf für die KV-Mindestgage als Vorschlag.
⚠ Liegt unter dem KV-Minimum!
Die mit dem Produzenten vereinbarte Pauschalgage nach §7 KV.
Der vereinbarte Multiplikator. Standard: 1,5.
Deine Basiszahlen
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Wochenpauschalgage P
Die vereinbarte Summe pro Woche. Enthält Grundgehalt, Überstunden-Pauschale, Urlaubs- und Weihnachtsgeld (SZ/UEL).
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Wochengrundgage W
P bereinigt um SZ/UEL und Überstunden-Pauschale — das „Netto"-Grundgehalt für 40 Stunden.
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Grundstundenlohn Ref. B
W ÷ 40 nach §9 Abs. 5 KV. Das ist die Basis für alle Überstunden- und Zuschlagsberechnungen im KV.
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Pauschalstunde bei 12h-Tag Ref. A
P ÷ 5 Tage ÷ 12 Stunden = P ÷ 60. Was du „effektiv pro Stunde" verdienst, wenn du die ganze Pauschalgage auf einen 12h-Maximaltag umrechnest.
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Pauschalgage ÷ 40
P ÷ 40 = der Stundensatz der vollen Pauschalgage auf 40 Stunden verteilt. Identisch mit „150 % von P÷60" — der häufigste Trick.
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KV-Minimum
Die kollektivvertragliche Mindestpauschalgage für die gewählte Berufsgruppe und das gewählte Jahr.
⚠ Die Zahl 150 % allein sagt nichts
Fünf Auslegungen von „1,5× Überstunden" — werktags, ohne Zulagen
Was eine einzige Stunde über dem täglichen Limit einbringt, je nach Formulierung der Vereinbarung.
Interpretation Wie der Produzent rechnet — und was das bedeutet
Berechnungs- grundlage
Basis €/h
× 1,5 = €/h
% vom Grundstunden- lohn (Ref. B)
% von Pauschal- stunde (Ref. A)
Maximalszenario: Samstagnacht-Überstunde
Dieselbe illegale Überstunde, aber Samstag nach 22 Uhr: drei KV-Zuschläge gleichzeitig (Überstunden 100 % + Samstag 100 % + Nacht 50 %). Der Unterschied zwischen den Auslegungen wird hier am größten.
Interpretation
Bestandteile
€/h
% Grundstunden- lohn (Ref. B)
% Pauschal- stunde (Ref. A)
vs. Auslegung ③
Was der Unterschied in der Praxis kostet
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Verlust pro Samstagnacht-Überstunde Auslegung ③ vs. ⑤
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Verlust an einem typischen 14h-Sa-Drehtag 4 Stunden über dem Limit (6T-Modell)
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Verlust bei 10 solcher Drehtage über die gesamte Produktion
Begriffe erklärt
P — Wochenpauschalgage
z.B. 3.284 €/Woche
Die mit dem Produzenten vereinbarte Gesamtsumme pro Woche nach KV §7. Enthält alles: Grundgehalt, eingebaute Überstunden-Pauschale, Urlaubsgeld, Weihnachtsremuneration, UEL.
W — Wochengrundgage
W = P ÷ 1,385 ÷ 1,2881
P herausgerechnet um SZ/UEL (Faktor 1,2881) und Überstunden-Pauschale (Faktor 1,385). Reine Grundlohn-Basis für 40 Stunden, ohne Boni.
Ref. B — Grundstundenlohn = W ÷ 40
§9 Abs. 5 KV
Der Stundenlohn, auf den sich alle KV-Zuschläge beziehen — Nacht, Samstag, Feiertag, Überstunden. Das ist die einzig korrekte Basis für Überstunden-Berechnungen.
Ref. A — Pauschalstunde = P ÷ 60
P ÷ 5 Tage ÷ 12 Stunden
Was die Pauschalgage effektiv pro Stunde ergibt, wenn man sie auf einen maximalen 12h-Tag verteilt. Oft als Basis für „150 %" missbraucht — ergibt dann genau P ÷ 40 ohne jeden Aufschlag.
P ÷ 40 — der versteckte Normalstundensatz
= Ref. A × 1,5 !
150 % von P÷60 ergibt mathematisch exakt P÷40. Das klingt nach Überstundenzuschlag, ist aber nur der Stundensatz der vollen Pauschalgage auf 40 Stunden — null Euro Aufschlag.
Korrekte Formel für Auslegung ④
W÷40 × (1 + 1,0) × Faktor
Stundenlohn plus 100 % Überstundenzuschlag (3.+ Überstunde nach §9), dann mal dem vereinbarten Faktor. So rechnet der KV-Stundenrechner. Plus Zulagen für Nacht, Sa, Feiertag separat.